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Scottoiler

Mehr Meilen mit dem Kettensatz

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Die Antriebskette, das Ritzel und das Kettenrad gehören zweifellos zu den besonders stark beanspruchten und daher verschleißanfälligen Bauteilen des Motorrads.

Kein Wunder – denn der ständige Wechsel von Gas geben, Gas wegnehmen und Bremsen geht im wahrsten Sinne des Wortes an die Substanz.

Eine gute Schmierung mit möglichst wenig „schmirgelndem“ Schmutzanteil kann den Verschleiß jedoch erheblich reduzieren. Aber das regelmäßige Reinigen und Nachfetten ist verständlicher Weise nicht unbedingt eine der angenehmsten Pflegearbeiten am Bike und wird daher gern vernachlässigt. Insbesondere dann, wenn das Fahrzeug keinen Hauptständer besitzt und zur Kettenpflege erst der Werkstattheber hervorgeholt werden muss – und ein solcher steht auf langen Touren nicht einmal zur Verfügung. Nur wer regelmäßig und gründlich seine Kette mit einem guten Spezialreiniger von anhaftendem, materialabtragenden Schmutz und Sand befreit, hat eine Kette, die leicht läuft, also keine Motorleistung verschwendet und die lange hält. Frühzeitiger Verschleiß bedeutet eine ebenso frühzeitige Investition in einen neuen Kettensatz und der Wechsel der Komponenten ist eine schmutzige Arbeit, die wenig Freude bereitet. Hätten Sie also doch lieber eine Kardanmaschine kaufen sollen? Keineswegs – denn auch ein Kettenantrieb bietet Vorteile. Beispielsweise sind die Reibungsverluste deutlich geringer als beim technisch sehr aufwendigen und dadurch teuren Kardanantrieb, die Kraftübertragung erfolgt direkter und das Bike behält neben der vollen Leistung auch sein sportliches Erscheinungsbild. Zudem ist die Auswahl an Motorradmodellen mit Kettenantrieb einfach größer. Die Lösung des Konflikts ist ein automatisches Kettenschmiersystem, z. B. in Form eines Scottoilers. Dieser wird fest am Motorrad installiert, er reinigt und schmiert die Kette permanent selbsttätig und lässt den Pflegeaufwand gegen Null tendieren. Zu schön um wahr zu sein? Probieren Sie es aus. In Abhängigkeit von Fahrzeugtyp und Fahrstil werden Sie mit Laufleistungen von teilweise weit über 50.000 Kilometer belohnt. Das schont nicht nur den Geldbeutel, Sie können sich auch auf das konzentrieren, was Spaß macht – nämlich Ihr Fahrvergnügen.

Wir erklären hier den Anbau eines klassischen, unterdruckgesteuerten Scottoiler-Systems. Ein elektrisches System (ebenfalls von Scottoiler) wird sehr ähnlich angebaut, nur die Schritte 1 und 2 des folgenden Arbeitsablaufes entfallen. Statt des Unterdruckanschlusses über einen Schlauch kabeln Sie das E-System von Scottoiler an Plus und Minus der Batterie an.

Vor der Montage sollten Sie Ihr Motorrad mit dem Hauptständer oder mit einem Heckheber so aufbocken, dass es sicher steht. Die Kette und alle sonstigen mit Kettenfett verunreinigten Teile (meistens hat sich Kettenfett um das Getriebeausgangsritzel herum abgelagert) werden zunächst mit einem Kettenreiniger, Kunststoffbürste und Lappen gut gesäubert. Wenn Sie diesen Schritt auslassen, wird das Öl aus dem Scottoiler die alten Ablagerungen lösen und das alte schmutzige Kettenfett wird von der Kette ans Bike geschleudert.

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Unterdruckanschluss
Lokalisieren Sie den Unterdruckanschluss

Modellspezifische Anbauanleitungen für das Scottoiler-System finden Sie auf den Produktseiten im Onlineshop. Bei den meisten Modellen werden Sie zunächst den Tank abbauen oder Teile einer eventuell vorhandenen Verkleidung entfernen müssen. Im gezeigten Beispiel (Suzuki GSF 1250) finden Sie dann einen Unterdruckschlauch, der von einem Messingzapfen des Einlasskanals abgeht (siehe Abb. 2) – hier entnehmen Sie den nötigen Unterdruck zum Betrieb des Scottoilers. Zerschneiden Sie diese Leitung und setzen Sie das im Scottoiler-Kit enthaltene T-Stück ein.

Unterdruckverbindung
Herstellen der Unterdruckverbindung

Drücken Sie nun den schwarzen Unterdruckfilter (im Lieferumfang) auf das freie Ende des T-Stückes und stecken Sie den schwarzen Unterdruckschlauch des Scottoilers fest in das andere Ende des Unterdruckfilters. Das freie Ende des schwarzen Unterdruckschlauchs wird nach der Montage des Ölreservoirs (Schritt 3) in dessen Drehknopf eingesteckt.

montage des reservoirs
Montage des Reservoirs

Das Reservoir mit Ventil (RMV) kann unter dem Sitz, am Rahmen oder wo immer es Ihnen gefällt montiert werden. Konkrete Anbauvorschläge für das RMV finden Sie in der spezifischen Modellanleitung für Ihr Fahrzeugmodell auf www.louis.de (weitere Produktinfos direkt beim Produkt im Online-Shop). Vermeiden Sie bei der Montage die direkte Nähe zum heißen Auspuff und heißen Motorenteilen! Die Einfüllöffnung für das Öl und das Einstellrad für die Ölmenge sollten leicht zugänglich bleiben und müssen bei einem waagerechten Einbau nach oben zeigen. Bei einem senkrechten Einbau muss das Reservoir mit dem Einstellrad nach oben montiert werden. Nach der Montage des Reservoirs schieben Sie das freie Ende der schwarzen Unterdruckleitung (siehe Schritt 2) fest in das Kopfteil des RMVs. Ist diese Leitung zu lang, kürzen Sie sie einfach mit einem scharfen Messer. Die Unterdruckverbindung ist nun vollständig hergestellt.

ölaustrittsdüse montage
Montage der Ölaustrittsdüse und des Ölschlauchs

Damit das Öl an der richtigen Stelle auf das Kettenblatt geführt wird, muss die Spendereinheit sicher befestigt werden. An unserem Beispielfahrzeug kann sie mit einer kleinen oder gekürzten Spenderplatte an der Prismenaufnahme befestigt werden (Scottoiler liefert mehrere nutzbare Anbauteile mit). Konkrete Anbauvorschläge für die Düse finden Sie in der spezifischen Montageanleitung zu Ihrem Fahrzeug auf www.louis.de (weitere Produktinfos direkt beim Produkt im Online-Shop). Die Düse, aus der das Öl austritt, sollte leicht am Kettenrad anliegen, die schräge Seite nach außen. Der optimale Austrittspunkt des Öls liegt zwischen 5 und 7 Uhr auf der Außenseite des Kettenrades. Vermeiden Sie die Nähe zur Kette oder zu Bolzen und Aussparungen des Kettenrades, damit sich die Düse dort nicht verfangen kann und dann aus der Leitung springt! Drehen Sie nach der Montage das Rad rückwärts, um sicher zu stellen, dass sich die Düse beim Rückwärtsschieben nicht verfangen kann!

Führen Sie nach der Befestigung der Spendereinheit den Förderschlauch an der Schwinge entlang. Wählen Sie einen sicheren Weg hin zum RMV. Halten Sie Abstand zu beweglichen Teilen wie der Kette und versichern Sie sich, dass der Schlauch genug Spielraum hat, um die Bewegungen der Schwinge mitmachen zu können. Halten Sie Abstand zum heißen Auspuff und Motorenkomponenten, welche den Schlauch möglicherweise beschädigen könnten. Im Lieferumfang des Scottoilers sind selbstklebende Haltepads und Kabelbinder für den Schlauch enthalten.

oberflächen entfetten
Reinigen und Entfetten der Oberflächen

Zur Befestigung der selbstklebenden Haltepads reinigen und entfetten Sie zuerst die Oberfläche auf der der Haltepad platziert werden soll. Nutzen Sie dazu das beiliegende Entfettungstuch.

förderschlauchsverlegung
Verlegen des Förderschlauchs

Verwenden Sie die Haltepads an ebenen Flächen, z. B. an der Schwinge. Für die Verlegung des Förderschlauchs entlang von Rundrohren nutzen Sie am besten die Kabelbinder. Verbinden Sie nun als letzten Anbauschritt den Förderschlauch mit dem Messingzapfen unten am RMV. Sollte der Förderschlauch zu lang sein, kürzen Sie diesen einfach mit einem scharfen Messer.

ölreservoir
Befüllen Sie das Reservoir mit Öl

Durch den Flaschenfülladapter wird das Einfüllen zu einer sauberen Sache und dauert nicht einmal eine Minute.

förderschlauch
Luftblasen entfernen und Förderschlauch entlüften

Das Entlüften des Systems funktioniert einfacher, als es sich in Worten darstellen lässt. Drücken Sie das Belüftungsgummi in das Einfüllloch des Scottoilers und drehen Sie das Einstellrad auf Maximum. Stecken Sie den Flaschenfülladapter auf das Belüftungsgummi und drücken Sie die Flasche zusammen. Es entsteht ein Luftdruck, der das Öl durch den Förderschlauch schiebt, bis alle Luftblasen entfernt sind. Dabei wird ein wenig Öl aus der Düse tropfen, nehmen Sie dies mit einem Lappen auf.

scottoiler tropfrate einstellen
Tropfrate einstellen

Im letzen Arbeitsschritt justieren Sie die Öltropfrate. Starten Sie dafür den Motor und warten Sie, bis dieser warm ist. Stellen Sie das Einstellrad so ein, dass nicht mehr als 1-2 Tropfen Öl in der Minute aus der Spendereinheit tropfen – als Anfangseinstellung ist 1 Tropfen pro 60 Sekunden ideal. Kontrollieren Sie die Tropfrate nach einer kurzen Ausfahrt noch einmal nach. Eine zu hohe Tropfrate von mehr als 2 Tropfen in der Minute bewirkt ein unnötiges Abschleudern des Öls von der Kette. Hinweis: Die Erfahrung zeigt, dass sehr viele automatische Kettenschmiersysteme viel zu hoch eingestellt sind. Dadurch wird übermäßig Öl abgeschleudert und das Fahrzeug entsprechend verschmutzt. Dies ist keine Fehlfunktion des Ölers, sondern ein Bedienungsfehler. Motorradfahrer, die ein

Kettenspray benutzen, sind es gewohnt, dass „eine schwarze Kette eine gut gewartete Kette“ bedeutet, da am Kettenspray viele Schmutzpartikel haften bleiben, welche für die Schwarzfärbung der Kette sorgen. Beim Scottoiler genügt jedoch ein leichter Ölfilm zur Schmierung aus, der oft fast unsichtbar ist. Zur einfachen Kontrolle berühren Sie die Kettenrollen einmal mit dem Finger. Haben Sie anschließend etwas Öl am Finger und können Sie das Öl auf den Rollen der Kette erfühlen, ist die Dosierung ausreichend. Stellen Sie deshalb die Tropfrate am Anfang mit einer sekundengenauen Uhr ein (siehe Schritt 9). Mit der Zeit werden Sie ein Gefühl dafür entwickeln, welche Einstellung optimal ist.

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Probleme mit der Ersatzteilbeschaffung? Technische Fragen zum Motorrad oder zu einem Zubehörteil? Das Louis Technikcenter weiß Rat. Und vergessen Sie bitte nicht die nötigen Angaben zu Ihrem Fahrzeug, am besten eine Kopie vom Fahrzeugschein, mitzuliefern.

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Bitte beachten!

Bei den Schraubertipps handelt es sich um allgemeine Vorgehensweisen, die nicht für alle Fahrzeuge oder alle einzelnen Bauteile zutreffend sein können. Die jeweiligen Gegebenheiten bei Ihnen vor Ort können unter Umständen erheblich abweichen, daher können wir keine Gewähr für die Richtigkeit der in den Schraubertipps gemachten Angaben übernehmen.

Wir danken für Ihr Verständnis.

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